08.09.2016 / Allgemein / /

«Es gibt keine einfachen Lösungen»

Artikel Neue Fricktaler Zeitung vom Dienstag, 6 September 2016

CVP Bezirk Rheinfelden will den zweiten Sitz zurückholen

Die CVP des Bezirks Rheinfelden hat bei den letzten Grossratswahlen einen Sitz verloren. Das Ziel für die kommenden Wahlen ist klar: den zweiten Sitz zurückholen. Im Bezirk Laufenburg will man die zwei Sitze halten.

FRICKTAL. Obwohl die CVP bei den Nationalratswahlen nochmals Wähleranteile verlor sind die beiden Fricktaler Bezirksparteipräsidenten Patrick Burgherr (Rheinfelden) und Martin Steinacher (Laufenburg) für die Grossratswahlen optimistisch. «Wir haben eine tolle Liste mit markanten Persönlichkeiten », sagt Patrick Burgherr. Er wurde 2012 abgewählt, weil seine Partei auf 13,8 (minus 2,1) Prozentpunkte absackte und einen Sitz verlor. «Es fehlten nur rund 100 Stimmen um den zweiten Sitz halten zu können», sagt Burgherr. Deshalb ist das Ziel der viertstärksten Partei im Bezirk Rheinfelden klar: den zweiten Sitz, den die CVP an andere Mitteparteien verlor, zurückzuholen. Nach langjährigem Engagement im Parlament wird sich Regula Bachmann aus Magden auf Ende der Amtsperiode aus dem Grossen Rat zurückziehen und tritt deshalb nicht mehr zu den Wahlen im Oktober an (die NFZ berichtete).

Martin Steinacher ist sehr zuversichtlich, dass die CVP ihre zwei Sitze im Bezirk Laufenburg halten kann. Dort stellen sich neben den Bisherigen Martin Steinacher und Werner Müller fünf Kandidaten zur Wahl; im Bezirk Rheinfelden sind es mit Patrick Burgherr total zehn Kandidierende.

«Der Zusammenhalt über die Generationen ist wichtig»

Die zentralen Themen der CVP sind Bildung und Familie. Dabei ist ihr «der Zusammenhalt über die Generationen wichtig», wie Patrick Burgherr betont. «Bei der Bildung muss das Fundament stimmen», sagt Martin Steinacher. In Sachen Sparen sei die «Zitrone bald ausgepresst». Dennoch müssten alle ihren Beitrag zum Sparen leisten. Er verweist darauf, dass der administrative Aufwand an den Schulen deutlich zugenommen habe. Punkto Löhne gebe es auch in der Privatwirtschaft Null-Runden. Schlagwörter wie genereller Abbau seien jedoch nicht die Lösung. Gemäss Patrick Burgherr würden bereits jetzt Lehrkräfte aus Lohngründen nach Basel und Zürich abwandern.

«Zubrav» «Es gibt keine einfachen Lösungen» sagt Burgherr. Er erinnert dabei an jene Leute, die simple Lösungen proklamieren, wie etwa beim «Brexit». «Wo sind diese Leute jetzt?», stellt er in den Raum. Und Martin Steinacher unterstreicht, dass sich die CVP für gute, faire und verträgliche Lösungen einsetze. So etwa bei der familienexternen Betreuung. «Hier ist es genauso gekommen, wie wir es von Anfang an vorgeschlagen haben», freut sich Steinacher. Beide Parteipräsidenten unterstreichen die Wichtigkeit des dualen Berufsbildungs-Systems mit Lehre und Matura. Diese beiden Systeme dürfe man nicht gegeneinander ausspielen, denn es brauche beide.

«Die meisten haben etwas zu brav kommuniziert», so die Antwort von Martin Steinacher, weshalb die CVP in den letzten Jahren immer mehr Wähler verlor. Deshalb freuen sich Burgherr und Steinacher, dass jetzt mit den neuen Spitzenleuten Gerhard Pfister (Präsident CVP Schweiz) und Marianne Binder (Präsidentin Kantonalpartei) ein «frischer Wind» in der Partei spürbar ist.

«Leute, die sich nicht an unsere Gesetze und Vorschriften halten, müssen hart angefasst werden», betont Burgherr die Haltung der CVP. Auch sei es besser, die Asylsuchenden in grossen Zentren zu belassen, bis der «Erst-Entscheid» gefallen ist. Wenn sie bleiben können, müsse man sie dann aber rasch integrieren, ebenso rasch müsse bei einem Negativ-Entscheid gehandelt und kommuniziert werden. Diese Botschaft hätte auch Signalwirkung und sei besser als Grenzen dicht machen zu wollen.

«Grenzgänger sind nicht verhandelbar»

In Sachen Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative ist für Patrick Burgherr klar: «Die Grenzgänger sind nicht verhandelbar. Nicht jeder Bezirk ist so grenznah wie unserer. Diese Arbeitskräfte sind nötig, damit unsere Wirtschaft funktioniert.» Bei der Energiefrage müsse die Versorgungssicherheit oberste Priorität haben. Und die Wasserenergie dürfe nicht benachteiligt werden. Zudem sind die beiden Bezirksparteipräsidenten gegen falsche Subventionsanreize. Zum Fototermin brachten die beiden Bezirksparteipräsidenten ein «ABC-Puzzle» mit, weil es die Partei auf vielfältige Weise symbolisiere. Nebst Bildung und Familie steht es auch für Qualität und gutes Handwerk.

Faire, tragbare Lösungen und nicht simple Schlagwörter führen zum Ziel: Patrick Burgherr (links) und Martin Steinacher.

Autorin und Foto: Bernadette Zaniolo